Cicerones Klosterführung
Dem Wunsche vieler Besucher, die Klosterräume zu besichtigen kann aus verständlichen Gründen nur beschränkt entsprochen werden, denn schliesslich ist das Kloster Arbeits- und Wohnstätte der Mönche, und wer möchte schon dauernd wildfremde Leute in seinem Büro oder Wohnzimmer haben?
Hier verrate ich Ihnen aber, wie Sie trotzdem einen Blick hinter die Fassaden werfen können: Der barocke Festsaal des Klosters, Grosser Saal genannt, sowie die Ausstellung im dritten Stock des Südtraktes sind täglich von 13.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Diese Ausstellung und der zugehörige Eintrittspreis sind es, die uns das grosse schmiedeiserne Gitter bei der Hofpforte öffnen und damit den ersehnten Zugang zum Kloster freigeben.
Doch statt nun schnurstracks die Treppe zum Grossen Saal im dritten Stock hochzulaufen, werfen wir erst mal einen Blick in die Gänge im zweiten und dritten Stock, die denen eines Hotels gleichen. Ihre Vermutung ist völlig richtig: Die vielen Türen führen zu den Zellen der Mönche. Aus der Bezeichnung Zelle bitte ich Sie aber, keine falschen Schlüsse zu ziehen; die Mönche sind alle freiwillig hier!
Sie dürfen sich die prächtigen Türstöcke und die Bilder an den Wänden ruhig anschauen, aber versuchen Sie bitte nicht, in die Zimmer einzudringen, wir wollen schliesslich keinen Ärger mit dem Abt! Nachdem wir noch einen kurzen Blick in den Innenhof geworfen haben, begeben wir uns in den Grossen Saal, den Repräsentationsraum des Klosters. Die prunkvollen Deckenmalereien und Stuckaturen sind der Würde eines Abtes, der ja früher auch Fürst war, durchaus angemessen. Das ursprüngliche Mobiliar musste allerdings - bis auf ein paar mit schönen Intarsien versehene Stühle - der Konzertbestuhlung weichen.
Die oben erwähnte Ausstellung befindet sich im Gang vor dem Grossen Saal und zeigt Kunstschätze aus dem Kloster und wertvolle Schriften aus der berühmten Stiftsbibliothek.
Wenn Sie noch mehr über das Kloster erfahren wollen, dann kann ich Ihnen die DiaVision in der Alten Mühle, gegenüber der Hofpforte, empfehlen (täglich um 14 Uhr, an Werktagen auch um 15.30 Uhr).
Damit sind wir am Ende unseres Besuches im Kloster angelangt. Falls Sie Lust und Zeit haben, dann lade ich Sie jetzt noch zu einer kleinen Dorfbesichtigung ein.